Around the Book World
Published: 3.11.2026
Jede Woche fasst unser Kolumnist Carlo Carrenho die internationale News der Branche zusammen. Diesmal: wen die KI verdrängt, warum Deutschland der BookBeat-DJ wird, wieso Substack Selfpublishing 3.0 wird

Die KI ist da. Leser gesucht. Vorkenntnisse nicht erforderlich.
Eine neue Studie der International Federation of Reproduction Rights Organisations (IFRRO), über die Publishing Perspectives berichtet, ergab, dass mehr als 90 % von fast 2.000 Befragten glauben, generative KI habe die Einnahmen der Rechteinhaber beeinträchtigt, während 96 % den bestehenden urheberrechtlichen Schutz für unzureichend halten. Ähnliche Sorgen zeigt eine Umfrage unter 1.785 Literaturübersetzer:innen des Europäischen Rats der Literaturübersetzerverbände (CEATL): 37 % haben schon erwogen, den Beruf aufzugeben, und fast 30 % berichten von verlorenen Aufträgen oder Einkommensmöglichkeiten, die sie der KI zuschreiben. Zudem wurde 32,5 % das Nachbearbeiten maschinell erzeugter Übersetzungen angeboten, doch 67,3 % von ihnen lehnten ab – wegen geringerer Bezahlung, engerer Fristen und unzureichender Anerkennung. Unterdessen ergab eine Umfrage der britischen Association of Illustrators (AOI), über die The Bookseller und der dpr berichten, dass 46 % der Illustratorinnen und Illustratoren Aufträge an generative KI verloren haben, gegenüber 32 % im Jahr 2025. Mehr als die Hälfte meldete sinkende Einnahmen aus Illustrationen, 22 % sogar Einbußen von mehr als 50 %.
Carlo's take: Die KI verdrängt eindeutig Arbeitsplätze im Verlagswesen, von Übersetzern und Illustratoren bis zu anderen Kreativberufen. Neue Technologien haben stets manche Jobs beseitigt und andere geschaffen, doch die grundlegende Herausforderung besteht darin, dass KI es der Branche erlaubt, dieselbe Zahl an Büchern mit weniger Menschen und Ressourcen zu produzieren. Um diese Fachleute im Verlagswesen zu halten, müsste man also mehr Bücher produzieren oder neue Tätigkeiten entwickeln, die auf einer größeren Nachfrage beruhen. Doch wer soll all diese zusätzlichen Inhalte konsumieren? In vielen Teilen der Welt geht das Lesen zurück, und Bücher konkurrieren zunehmend um die Zeit der Verbraucher, vor allem mit anderen Content- und Unterhaltungsbranchen, die dank KI ebenfalls produktiver werden. Eine Möglichkeit wäre, dass KI den Zugang zu Bildung weltweit verbessert, die Alphabetisierung steigert und Millionen neuer Leser in den Markt bringt. Eine andere, vielleicht noch utopischere: Produktivitätsgewinne könnten sich endlich in kürzeren Arbeitszeiten niederschlagen statt bloß in größerer Vermögensanhäufung – und den Menschen mehr Freizeit zum Lesen verschaffen. Beide Szenarien könnten die Nachfrage nach Büchern steigern und Arbeitsplatzverluste ausgleichen, doch leider sind sie eher Träume und Wunschdenken als realistische Erwartungen.
Foto: KI-generiert, Magnific
Eine Gruselvorstellung: Was, wenn Leser KI-Bücher mögen?
Die Verlagsanalystin Jane Friedman argumentiert, dass die jüngste Welle von Skandalen um Autoren, denen der Einsatz generativer KI vorgeworfen wird, bald abebben könnte. In einem Artikel auf ihrer Website legt Friedman dar, dass viele umstrittene Bücher 2024 - 2025 geschrieben und lektoriert wurden, bevor Verlage und Literaturagenturen begannen, Manuskripte systematisch auf KI-generierte Inhalte zu prüfen. Als diese Bücher 2026 auf den Markt kamen, waren Erkennungstools wie Pangram ausgereifter und weiter verbreitet. Sie erwartet, dass Verlage und Agenturen mögliche Probleme zunehmend vor der Veröffentlichung erkennen, während Autoren ihre Schreibpraxis anpassen, um die Erkennungstools nicht anschlagen zu lassen. Mit Blick nach vorn glaubt Friedman, dass sich die bedeutenderen Auseinandersetzungen um den urheberrechtlichen Schutz drehen werden und darum, wie viel menschliche Urheberschaft bei KI-gestützten Werken erforderlich ist.
Carlo's take: Friedman zuzustimmen, ist ein Kinderspiel, doch eine Frage wird beharrlich übersehen: Was denken die Leser? Ein Großteil der Branche geht davon aus, dass Leser Bücher aus menschlicher Kreativität bevorzugen, und hält diese für grundsätzlich besser. Doch was, wenn es den Lesern schlicht egal ist? Man denke an die südafrikanische Autorin Coral Hart, die KI intensiv nutzt und nach eigenen Angaben in nur 20 Monaten mehr als eine Million Exemplare von 371 Büchern verkauft hat – allein 2026 soll sie über 1 Mio. US-Dollar (rund 895.000 €) verdient haben, berichtet Eyewitness News. Wenn Leser KI-generierte Inhalte annehmen, könnten am Ende ihre Vorlieben und nicht die Annahmen der Branche den Markt prägen. Friedman hat auch beim Urheberrecht recht, zumal der Einsatz von KI nicht schwarz-weiß ist. Ein Manuskript von einer KI Korrektur lesen zu lassen, ist etwas grundlegend anderes, als ein ganzes Buch aus einem Prompt zu generieren. Bei so vielen Abstufungen menschlicher Beteiligung dazwischen wird es eine gewaltige Herausforderung sein, festzulegen, wo urheberrechtlicher Schutz beginnt und wo er endet.

Italiens Bibliothekare sind die neuen Comic-Helden
Italiens Comicmarkt wuchs in den ersten neun Monaten 2026 wertmäßig um 14,9 % auf 68,3 Mio. €, bei 7,1 Mio. verkauften Exemplaren (+12,4 %). Die vom italienischen Verlegerverband auf der Lucca Comics & Games vorgestellten und im Giornale della Libreria veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Comics im Buchhandel 10,1 % der Verkäufe gedruckter Bücher nach Stückzahl ausmachten. Graphic Novels führten das Wachstum an (+34,8 % im Wert), gefolgt von Manga (+11,7 %) und Kindercomics (+6,7 %), während Comicstrips um 6,8 % zurückgingen. Comics entwickelten sich deutlich besser als der italienische Buchmarkt insgesamt (+3,2 %), wobei Käufe im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms für Bibliotheken eine entscheidende Rolle spielten. Interessanterweise sank die Zahl neu veröffentlichter Comictitel 2025 um 4,4 % auf 3.339.
Carlo's take: Es ist ermutigend zu sehen, wie Comics – eine Kategorie, die mitunter als weniger seriös oder kulturell bedeutsam abgetan wird – weltweit an Boden gewinnen, auch in Italien. Besonders bemerkenswert ist die Rolle eines staatlich finanzierten Ankaufprogramms für Bibliotheken bei diesem Wachstum. Der Staat stellte das Geld bereit, doch die Bibliotheken entschieden, welche Bücher sie anschafften – darunter Graphic Novels. Diese Entscheidungen haben Italiens Bibliotheken für jüngere Leser eindeutig attraktiver gemacht. Ein Grund zum Feiern – complimenti! Ein weiterer interessanter Kontrast sind Manga: Während sich die Verkäufe im Nachbarland Frankreich nach Jahren rasanter Expansion weitgehend stabilisiert haben, wachsen sie in Italien weiter. Zwei Nachbarmärkte, zwei unterschiedliche Phasen des Manga-Booms.
Foto: Lucca Comics & Games

BookBeat tanzt weiter im Norden, doch der neue DJ heißt Deutschland
Der schwedische Hörbuch-Abodienst BookBeat meldete für die ersten neun Monate 2026 ein Umsatzwachstum von 13 % zu konstanten Wechselkursen, mit Zuwächsen in allen zehn Märkten. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens verzeichnete Deutschland im Vergleich zu 2025 den größten Zuwachs an Neukunden und trieb damit das Abonnenten- und Umsatzwachstum an. CEO Niclas Sandin sagte, verstärkte Investitionen globaler Wettbewerber hätten die Hörbuchnachfrage in Deutschland angekurbelt, räumte aber ein, dass die Konkurrenz internationaler Anbieter BookBeats Wachstum in den nordischen Märkten gebremst habe. Das Unternehmen hat inzwischen mehr als 1,2 Mio. zahlende Abonnenten und erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von 1,7 Mrd. SEK (154,9 Mio. €).
Carlo's take: Aus diesen Ergebnissen ergeben sich zwei interessante Entwicklungen. Erstens scheint Deutschland 2026 der herausragende Wachstumsmarkt für Hörbücher zu sein. Auch Storytel bezeichnete Deutschland als seine größte positive Überraschung des Jahres, wie kürzlich in Publishing Perspectives berichtet – ein Hinweis darauf, dass der Markt plattformübergreifend an Fahrt gewinnt. Zweitens räumt Sandin ein, dass die Konkurrenz internationaler Anbieter – gemeint ist natürlich Spotify – BookBeats Wachstum im Norden gebremst hat. Dennoch überrascht es, dass BookBeat in einigen der reifsten Hörbuchmärkte der Welt weiter wächst. Storytel wiederum hat weder eine höhere Kündigungsrate noch ein langsameres Wachstum gemeldet, das sich auf Spotifys Ankunft zurückführen ließe. Könnte Spotify den nordischen Hörbuchmarkt tatsächlich sogar erweitern, indem es das Format neuen Hörern näherbringt, von denen manche schließlich den Weg zu spezialisierten Hörbuchplattformen finden?
Foto: BookBeat
Empik macht sich flexibel: Warum ist da nicht früher jemand draufgekommen?
Der polnische Händler Empik Group hat Go Flex eingeführt, ein neues E-Book- und Hörbuch-Abo, bei dem Nutzer zwischen einem und fünf Titeln pro Monat wählen können, wie Rynek Książki berichtet. Die Preise beginnen bei 14,99 Złoty (3,40 €) für einen Titel, jedes weitere Buch kostet 5 Złoty (1,14 €). Das Fünf-Bücher-Paket kostet 34,99 Złoty (7,95 €). Nicht genutzte Guthaben lassen sich bis zu sechs Abrechnungszeiträume übertragen. Go Flex ergänzt Empik Gos bestehende Flatrate-Abos Go Smart für 39,99 Złoty (9,08 €) und Go Max für 49,99 Złoty (11,35 €) im Monat.
Carlo's take: Abo-Plattformen scheinen bei der Entwicklung neuer Abomodelle unerschöpflich kreativ zu sein, und das ist eine positive Entwicklung. Sie suchen ständig nach Wegen, ihre Profitabilität zu maximieren und zugleich sicherzustellen, dass auch Verlage und die gesamte Wertschöpfungskette des Buches profitieren, denn von ihnen hängt ihr Geschäft letztlich ab. Empiks neues Angebot ähnelt einer flexibleren Version von Audibles Credit-Modell – eine Idee, die im Nachhinein fast selbstverständlich erscheint. Es wird spannend sein zu sehen, ob sich andere Abo-Plattformen weltweit von diesem polnischen Experiment inspirieren lassen.

Könnte Substack das Selfpublishing 3.0 sein?
Der schwedische Autor Jörgen Löwenfeldt hat für seinen englischsprachigen Fiction-Newsletter The Bagatelles mehr als 5.000 Abonnenten gewonnen und bei Schwedens Inbox Awards 2026 Gold in der Kategorie Best Creative Newsletter geholt. Wie Boktugg berichtet, entschied sich Löwenfeldt, auf Substack unabhängig zu veröffentlichen – inspiriert von Musikern, die sowohl ihr kreatives Werk als auch die Beziehung zu ihrem Publikum selbst in der Hand haben. Weil er auf Englisch statt auf Schwedisch schreibt, kann er Substacks internationales Netzwerk nutzen, und sein Newsletter erreicht inzwischen Leser in 116 Ländern. Einige Abonnenten sind sogar nach Stockholm gereist, um Schauplätze aus seinen Geschichten zu besuchen.
Carlo's take: Dieser Ansatz geht über klassisches Selfpublishing hinaus. Plattformen wie Amazons Kindle Direct Publishing und Distributoren wie PublishDrive und StreetLib ermöglichten es Autoren, Verlage zu umgehen, machten sie aber von Händlern abhängig und ließen ihnen wenig Kontrolle über die Beziehung zu ihren Lesern. Soziale Medien brachten Autoren näher an ihr Publikum, boten aber kaum Kontrolle über die Verkäufe. Nun ermöglichen Plattformen wie Substack es Autoren, ihr Schreiben direkt zu monetarisieren – womöglich der Beginn einer neuen Ära der Unabhängigkeit. Autoren können Veröffentlichung, Marketing, Vertrieb und sogar die kommerzielle Beziehung zu den Lesern selbst steuern. Löwenfeldts Erfahrung gibt einen faszinierenden Einblick, wie ein wirklich unabhängiger Autor aussehen könnte.
LINE Manga schlägt drei Fliegen mit einer Klappe
LINE Digital Frontier, Betreiber von LINE Manga und ebookjapan und Teil der von NAVER kontrollierten WEBTOON Entertainment, will über drei Jahre 10 Mrd. Yen (56,9 Mio. €) in die Produktion originärer japanischer Manga investieren, so eine Mitteilung des Unternehmens. Die Investition soll Produktionsstudios, Partnerschaften mit Verlagen, Manga-Preise und unabhängige Kreative unterstützen. Zudem kündigte das Unternehmen an, dass WEBTOON CANVAS, die derzeit in sieben Sprachen verfügbare Selfpublishing-Plattform des Mutterkonzerns für unabhängige Comic-Kreative, 2027 in Japan starten wird. Unterdessen soll die Initiative Global Drop von WEBTOON Entertainment den internationalen Vertrieb japanischer Manga durch zeitgleiche Veröffentlichungen ausweiten. Die Strategie stützt sich auf ein globales Netzwerk, das mehr als 155 Mio. monatliche Nutzer in über 150 Ländern und 10 Sprachen erreicht.
Carlo's take: Diese Ankündigung umfasst im Grunde drei Geschichten in einer. Die Investition von 10 Mrd. Yen (56,9 Mio. €) ist beträchtlich und spiegelt die Vitalität des japanischen Manga-Markts wider. Womöglich noch bedeutsamer ist jedoch der geplante Start von WEBTOON CANVAS in Japan 2027, mit dem erstmals eine etablierte internationale Selfpublishing-Plattform in die Heimat des Manga kommt. Und schließlich ist Global Drop ein weiteres Beispiel dafür, wie asiatische Unternehmen eigene Strategien entwickeln, um Manga einem internationalen Publikum nahezubringen. Dieser Ehrgeiz ist kaum neu, gewinnt aber weiter an Schwung.
Readwise: gute Nachricht – mehr Wettbewerb
Readwise hat Readwise Books gestartet, einen neuen E-Book-Shop mit Lese-App, der Millionen Titel anbietet, darunter die Kataloge aller fünf großen US-Verlagsgruppen. In einer Mitteilung des Unternehmens beschreibt das unabhängige, eigenfinanzierte US-Unternehmen seinen neuen Dienst als Kombination aus Kindle und Goodreads, die E-Book-Kauf, Lesen, Markieren und das Nachverfolgen der eigenen Lektüre vereint. Zu den Funktionen gehören die automatische Erfassung von Lesesitzungen, soziale Tools, KI-gestützte Lesefunktionen und die Kompatibilität mit Android-basierten E-Readern. Der Shop verkauft auch gedruckte Bücher und Hörbücher, auch wenn diese Formate noch nicht vollständig in die App integriert sind. E-Books können zunächst nur in den USA gekauft werden.
Carlo's take: Wettbewerb ist immer willkommen, und es ist ermutigend, dass ein neuer E-Book-Händler mit einem umfangreichen Katalog in den Markt eintritt – ein entscheidender Vorteil, um in einem etablierten Markt zu bestehen. Der Ansatz von Readwise ist besonders interessant, weil er Funktionen zusammenführt, die sonst über verschiedene Dienste verstreut sind, vom Markieren über das Nachverfolgen der Lektüre bis zu sozialen Tools. Hoffentlich bleibt das Unternehmen nicht beim US-Markt stehen, sondern expandiert mit der Zeit in andere Länder und Sprachen und bietet Lesern weltweit mehr Auswahl.
In Russland heißt es für digitale Bücher: Keep calm and carry on
Eine Umfrage unter 3.000 Moskauerinnen und Moskauern, durchgeführt von der russischen Higher School of Economics (HSE University) und der Center for Social Design Platform, ergab, dass 70 % der Buchleser digitale Formate nutzen, während 61 % gedruckte Bücher lesen, berichtet RBC. Unter den Lesern lesen 48 % E-Books auf Smartphones, Tablets oder Computern, 31 % hören Hörbücher. Ein Drittel kombiniert gedruckte und digitale Formate. Unter den 18- bis 24-jährigen Lesern nutzen 39 % beides, während 38 % ausschließlich auf digitale Formate setzen. Laut der Umfrage hatten zudem 40 % der Moskauer im Vorjahr für digitale Bücher oder Abos bezahlt, und 86 % gaben an, Bücher zu lesen.
Carlo's take: Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Verbreitung digitaler Bücher in Russland, wo etablierte Plattformen wie LitRes und Yandex Books, das das russische Geschäft von Bookmate übernommen hat, mit Diensten wie Sbers Zvuk und KION Stroki von MTS konkurrieren. Dieses Wachstum ist besonders bemerkenswert angesichts der Herausforderungen für das russische Verlagswesen, darunter die Folgen der Invasion in der Ukraine, staatliche Regulierung und Zensur. Zwar sind die Branchenumsätze nominal gewachsen, doch Inflation und sinkende Printverkäufe setzen den Markt unter Druck. Dennoch gewinnen digitale Bücher weiter an Boden – ein Beleg für die Widerstandskraft des Segments in einem schwierigen Umfeld.
Was mir sonst noch aufgefallen ist

Eine Buchkneipe. Der britische unabhängige Buchhändler Ink & Ember eröffnet im November in Nottingham eine Buchbar, die Buchhandlung, Café und Bar in Räumen im Stil eines gotischen Herrenhauses vereint, berichtet The Bookseller.
Ein finnischer Kahlschlag. Der Bildungsverlag Vicens Vives aus Barcelona könnte bis zu 143 Stellen streichen – 57 % seiner Belegschaft in Spanien –, sechs Monate nach der Übernahme durch das finnische Unternehmen Sanoma für 40 Mio. €, berichtet PublishNews Spain.
Ein Curry-Sushi-Pilotprojekt. Das japanische Unternehmen Gakken testet KOKORO DOTOKU, ein erzählbasiertes Programm über Freundlichkeit und Rücksichtnahme, mit 1.500 Fünftklässlern an zehn indischen Privatschulen, so eine Pressemitteilung des Unternehmens.
Ein Indie-Quartett. Die niederländische Selfpublishing-Plattform Bookmundo hat bei Thalia, Deutschlands größter Buchhandelskette, gleichzeitig vier Titel in den Sachbuch-Top-10 platziert, schreibt ihr Gründer auf LinkedIn.
Ein Bücherregal für den Nine-to-five-Job. Norwegens Arbeitgeberverbände Virke und Spekter fördern gemeinsam mit dem Gewerkschaftsdachverband LO Buchclubs, Bücherregale und Autorenbesuche am Arbeitsplatz, berichtet Bok365.
Eine Parrilla aus Québec. Der kanadische Distributor De Marque und die argentinische Plattform Livriz, eine Gründung von Docuprint, verknüpfen ihre Systeme, damit lateinamerikanische Buchhandlungen E-Books und Hörbücher über ihre eigenen Onlineshops verkaufen können, berichtet PublishNews Spain.
Ein KI-Clubhaus. Die Selfpublishing-Plattform Clube de Autores hat ihre KI-gestützten Verlagsdienstleistungen in KlooBR ausgelagert, eine eigene Marke für Buchanalyse, Lektorat, Übersetzung und E-Book-Konvertierung, gab das Unternehmen auf LinkedIn bekannt.
Eine Kirschblüten-Website. Japans Visual Industry Promotion Organization (VIPO) hat eine Website gestartet, die Übersetzungswettbewerbe, Foren und Fördermittel bündelt, so eine Pressemitteilung.

Der Autor dieser Kolumne hat Lesen und Schreiben im zarten Alter von sechs Jahren im Grunde mit Comics gelernt. Sein Liebling war Walt Disneys Onkel Dagobert – oder Tio Patinhas, wie er ihn auf brasilianischem Portugiesisch kannte. Reichlich gelesen hat er auch Turma da Mônica, die enorm erfolgreiche Kindercomicreihe des brasilianischen Zeichners Maurício de Sousa. Brasilien hatte schon immer eine blühende Comicbranche, doch in den 1970er- und 1980er-Jahren beherrschten Kindercomics die Zeitungskioske, die der junge Kolumnist auf der Suche nach den neuesten Heften eifrig ansteuerte. Seine Lesefähigkeit verdankt er zu einem guten Teil Onkel Dagobert. Wenn er es recht bedenkt, hatte Onkel Dagobert vielleicht sogar etwas mit seiner Entscheidung zu tun, Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Aber das ist vielleicht zu weit hergeholt – oder auch nicht.
Was die KI angeht, versucht der Autor dieser Kolumne, beide Seiten der Debatte zu sehen und Chancen gegen Risiken abzuwägen. Ehrlich gesagt wünscht er sich allerdings manchmal, 20 Jahre früher geboren worden zu sein. Nicht nur hätte er als junger Mann die wilden, psychedelischen 1960er- und 1970er-Jahre genossen, er ginge auch genau jetzt in Rente und könnte den Luxus genießen, sich nicht ganz so viele Sorgen darüber machen zu müssen, wie KI das Verlagswesen beeinflussen und verändern wird.
Die Kolumne erscheint montags im Original bei Publishing Perspectives auf Englisch, Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von PP.
