Around the Book World

Published: 29.9.2026

Jede Woche fasst unser Kolumnist Carlo Carrenho die internationale News der Branche zusammen. Diesmal: Polen deckelt Großhandelsrabatt, Gallimard glänzt mit Backlist, Amazon setzt Autor:innen auf Diät.

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Wenn Podium 400 Mio. Dollar wert ist – was kostet dann der erste Platz?

Publishers Weekly berichtet, dass der auf Audio spezialisierte Verlag Podium Entertainment von Presidio Investors an die Private-Equity-Gesellschaften Flexpoint Ford und Shamrock Capital verkauft wurde, wobei GoldState Music eine Minderheitsbeteiligung übernimmt. Die Konditionen wurden nicht offengelegt, doch The Wall Street Journal bezifferte den Deal auf mehr als 400 Mio. US-Dollar (350,8 Mio. €). Podium, das zunächst durch die Produktion des Hörbuchs zu Andy Weirs selbstverlegtem Roman The Martian bekannt wurde, verfügt heute über einen Katalog von mehr als 15.000 Titeln, überwiegend Genre-Belletristik und von unabhängigen Autoren, und hat sich auf E-Books und Print ausgeweitet. Publishers Weekly erinnert zudem daran, dass der Katalog von RBmedia, dem weltgrößten Hörbuchverlag, rund 66.000 Titel umfasste, als H.I.G. Capital und Francisco Partners das Unternehmen 2023 für kolportiert mehr als 1 Mrd. US-Dollar (877 Mio. €) von KKR übernahmen. Inzwischen ist RBmedia auf mehr als 110.000 Titel gewachsen.

Carlo's take: Es ist interessant zu überlegen, ob Podium stattdessen bei RBmedia hätte landen können. RBmedia konsolidiert den Sektor seit Längerem und hat Unternehmen wie Dreamscape in den USA und zuletzt Boldwood Books in Großbritannien übernommen – Letzteres führte den Konzern über reines Audio hinaus in traditionelleres Print- und Digitalgeschäft. Podium könnte daher als natürliche Ergänzung erscheinen, während RBmedia weiter Unternehmen zusammenführt und Skaleneffekte verfolgt. Es gibt hier aber noch einen anderen spannenden Vergleich. Sollten die kolportierten Transaktionspreise zutreffen, ergibt sich für Podium eine Bewertung von rund 26.700 US-Dollar (rund 23.400 €) pro Titel. Als RBmedia 2023 für kolportiert mehr als 1 Mrd. US-Dollar (877 Mio. €) den Besitzer wechselte, bei rund 66.000 Titeln, lag der entsprechende Wert bei etwa 15.200 US-Dollar (rund 13.300 €). Nach diesem sehr groben Maßstab ist der implizite Wert pro Titel um mehr als 70 % gestiegen. Natürlich sind Kataloge nicht gleich: Titel unterscheiden sich enorm in Umfang, Rechten, kommerziellem Potenzial und Erlösen. Dennoch ist der Vergleich frappierend – und er wirft zwangsläufig die Frage auf, was RBmedia selbst beim nächsten Eigentümerwechsel wert sein könnte.

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Buchpreisbindung? Polen will auch die Rabatte deckeln

Rynek Książki berichtet, dass Polen nach monatelangen Konsultationen ein Gesetz zum Schutz des Buchmarkts voranbringt. Der Entwurf würde einen einheitlichen Buchpreis einführen und die Rabatte für Zwischenbuchhändler auf 45 % begrenzen. Laut Polens Kulturministerium würde der gebundene Preis zwölf Monate ab Markteintritt eines Buches gelten. Der Vorschlag sähe außerdem eine Mindestvergütung von 10 % des Ladenpreises für Autor:innen und 3 % für Übersetzer:innen vor, sofern Verträge auf dem Ladenpreis basieren, und würde eine automatisierte Absatzmeldung einführen. Er würde gedruckte Bücher, E-Books und Hörbücher umfassen, mit Rabattausnahmen für Bibliotheken und andere Einrichtungen sowie für bestimmte mehrtägige Buchmessen.

Carlo's take: Besonders interessant am polnischen Vorschlag ist, dass er nicht nur den Preis für Verbraucher adressiert, sondern auch die Konditionen weiter oben in der Lieferkette. Buchpreisbindungsgesetze begrenzen traditionell die Rabatte im Endkundengeschäft, doch unabhängige Buchhandlungen können weiterhin im Nachteil sein, wenn große Ketten und E-Commerce-Händler ihre Einkaufsmacht nutzen, um deutlich bessere Konditionen auszuhandeln. Die in Polen vorgeschlagene 45-Prozent-Grenze für Großhandelsrabatte setzt genau an dieser Schieflage an und macht den Wettbewerb fairer, noch bevor ein Buch den Verbraucher erreicht. Damit ist das B2B-Element des Vorschlags mindestens so interessant wie die Preisbindung selbst.

Wenn der Markt rutscht, hält Gallimards Backlist stand

Madrigall, Frankreichs drittgrößte Verlagsgruppe und Eigentümerin der renommierten Éditions Gallimard sowie mehrerer weiterer Verlage, steigerte den Umsatz 2025 um 8 %, während der französische Markt um 1,5 % schrumpfte. In einem Interview mit Livres Hebdo betont Konzernpräsident Antoine Gallimard, Enkel des Éditions-Gallimard-Gründers Gaston Gallimard, die anhaltende Stärke des Katalogs: Bei Éditions Gallimard macht die Backlist 2026 56 % der Aktivität aus. Er widerspricht zudem der Vorstellung, Bestseller dominierten den französischen Markt insgesamt, und weist darauf hin, dass die Top-20-Titel nur 4 % der Verkäufe ausmachen, die Top 100 7 % und die Top 1.000 20 %. Mehr als die Hälfte der Umsätze von Madrigall läuft über Buchhandlungen, während die zehn von Gallimard betreuten Buchhandlungen jährlich mehr als 42 Mio. € erwirtschaften. Gallimard weist auch Behauptungen zurück, Madrigall gewähre großen Ketten oder Onlinehändlern bessere Rabatte als unabhängigen Buchhandlungen.

Carlo's take: Diese Zahlen haben etwas Beruhigendes. In einer Zeit, in der das Verlagswesen auf die Suche nach dem nächsten kommerziellen Trend fixiert wirken kann, erinnert Gallimard daran, dass sich das altmodische Modell – ein Katalog aus Büchern und Ideen von bleibendem Wert – noch immer auszahlen kann. Natürlich hatten nur wenige Verlage das Privileg, so viele außergewöhnliche Autoren zu verlegen und einen Katalog wie den von Gallimard aufzubauen. Dennoch spricht die Stärke der Backlist überzeugend dafür, bei Erwerbungen langfristig zu denken, statt dem nächsten Bestseller hinterherzujagen. Und womöglich ebenso ermutigend ist Gallimards Beharren darauf, dass unabhängige Buchhandlungen Konditionen erhalten können, die mit denen großer Ketten und Onlinehändler vergleichbar sind. Erfrischend traditionell, vielleicht – aber offenbar noch immer ein sehr gutes Geschäft.

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PRH setzt auf Brasiliens Hörbuchmarkt

Die Hörbuchproduktion bei Companhia das Letras, Teil von Penguin Random House, ist parallel zu Brasiliens wachsendem Audiomarkt dramatisch ausgeweitet worden. Antonio Hermida, der die digitalen Produkte des Verlags verantwortet, sagte PublishNews, dass Konsum und Umsatz seit sieben oder acht Jahren beständig gestiegen seien, zunächst getrieben von Storytel und Bookwire und zuletzt beschleunigt durch die Ankunft von Audible. Die Produktionszahlen des Verlags verdeutlichen das Ausmaß dieses Wachstums: Die Zahl der produzierten Hörbuch-Cover ist von rund 100 pro Jahr auf fast 100 pro Monat gestiegen, während die produktionsbezogenen Zahlungen von etwa 10 auf 200 monatlich zugenommen haben. Companhia das Letras veröffentlicht zudem mehr Titel zeitgleich im Audioformat und gräbt tiefer in der eigenen Backlist. In einem auffälligen Fall begann ein Titel, der zwei Jahre lang keinen einzigen Verkauf verzeichnet hatte, sich nach Erscheinen des Hörbuchs wieder zu verkaufen.

Carlo's take: Diese Produktionszahlen geben einen weiteren Eindruck vom enormen Potenzial des brasilianischen Hörbuchmarkts – eines Potenzials, das die offizielle Statistik noch immer kaum erfasst. Die brasilianische Verlagsforschung ist weiterhin weitgehend auf Print-Geschäftsmodelle zugeschnitten, während ein Teil der Audioerlöse nicht als konventioneller Buchverkauf über die Verlage läuft und Streaming schwerer messbar ist. Vor diesem Hintergrund ist es ein ermutigendes Signal, dass ein Unternehmen von der Größe Penguin Random House seine Audio-Investitionen in Brasilien deutlich erhöht. Audible hat dem Markt bereits einen erheblichen Schub gegeben, und ein weiterer potenziell wichtiger Katalysator steht noch aus: Spotify hat sein Hörbuchangebot in Brasilien noch nicht gestartet. Lokale Hörbuchverlage beobachten das genau und hoffen, dass die Ankunft den Markt auf ein neues Niveau heben könnte.

Amazons Diät für Indie-Autoren: nur zwei Bücher pro Woche

The Bookseller berichtet, dass Amazon die Zahl neuer Titel, die Nutzer über Kindle Direct Publishing hochladen können, drastisch reduziert und das Wochenlimit von zehn auf zwei pro Format gesenkt hat. Die Beschränkung gilt getrennt für Kindle-E-Books, Taschenbücher und Hardcover sowie für alle KDP-Nutzer, unabhängig davon, wie ihre Bücher entstanden sind. Amazon erklärt, die Änderung erfolge im Zuge einer Überprüfung der eigenen Richtlinien und Schutzmechanismen angesichts technologischer und verlegerischer Verschiebungen, wollte sich aber nicht dazu äußern, ob KI-generierte Inhalte hinter dem Schritt stehen.

Carlo's take: Amazon sagt es zwar nicht, doch es ist schwer vorstellbar, dass die Flut KI-generierter Inhalte nichts mit der Entscheidung zu tun hat. Und das betrifft mehr als E-Books, denn KDP umfasst auch Print-on-Demand-Taschenbücher und -Hardcover. Amazon nahm früher sogar einzelne POD-Titel in den eigenen Bestand auf, um schneller liefern zu können – eine Praxis, die mit wachsender Titelzahl immer schwerer vorstellbar wird. Zugleich verändert KI nicht nur die kreative Seite des Verlegens, sondern den gesamten Produktionsprozess: Sie kann das Manuskript schreiben, beim Cover helfen und vieles automatisieren, was nötig ist, um ein Buch in den Verkauf zu bringen. Die Aussicht, dass ein Buch ganz ohne menschliche Beteiligung in Amazons Katalog landet, ist damit nicht länger weit hergeholt. Vor diesem Hintergrund wirkt eine Begrenzung der Uploads weniger überraschend – vielleicht sogar unvermeidlich, da Technologie die Buchproduktion nahezu unbegrenzt skalierbar macht.

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Japans Buchhandlungen schauen über den Buchrand hinaus

Die Gewinne von 304 japanischen Buchhandelsunternehmen erreichten im Geschäftsjahr 2025 zusammengenommen 4 Mrd. Yen (22,3 Mio. €) – das 4,6-Fache des Vorjahres –, während der Umsatz nur um 2 % auf 612,1 Mrd. Yen (3,41 Mrd. €) stieg, laut Daten von Tokyo Shoko Research, berichtet von Nikkei. Doch der auffällige Gewinnanstieg spiegelt keine breite Erholung wider: Die Zuwächse konzentrierten sich auf größere Unternehmen mit bedeutendem Firmenkundengeschäft und auf Buchhändler, die sich in Bereiche wie Cafés und Non-Book-Sortimente diversifiziert haben. Nur 13 % der befragten Unternehmen steigerten sowohl Umsatz als auch Gewinn, und im zwölften Jahr in Folge schlossen mehr Buchhandlungen als eröffneten. Business Insider Japan berichtet über Coach & Four, eine Kette mit 10 Filialen, die Bücher mit Schreibwaren, Cafés, Lebensmitteln und weiteren Produkten kombiniert – alles in Eigenregie betrieben statt an Mieter ausgelagert. Der Umsatz stieg von 14,14 Mrd. Yen (78,7 Mio. €) im Jahr 2021 auf 15,83 Mrd. Yen (88,1 Mio. €) im Jahr 2025. In der großen Filiale Wakabadai in Tokio sind die Buchverkäufe weitgehend stabil, während Lebensmittel und Kapselspielzeug zulegen.

Carlo's take: Die japanischen Zahlen bestätigen etwas, das im Buchhandel immer deutlicher wird: Überleben erfordert Differenzierung. Der Sektor meldet insgesamt zwar deutlich höhere Gewinne, doch diese Zuwächse werden überproportional von größeren und stärker diversifizierten Unternehmen getragen. Coach & Four ist besonders interessant, weil das Unternehmen Cafés, Lebensmittel und weitere Produkte als Teil des eigenen Geschäfts behandelt, statt einfach Fläche an Dritte zu vermieten. Man kann leicht beklagen, dass Non-Book-Produkte die Fläche in Buchhandlungen erobern. Vielleicht ist die klügere Sicht aber, dass genau diese Produkte helfen, die Bücher im Regal zu halten. In Japan und anderswo müssen Buchhändler zunehmend über den Tellerrand schauen.

Das Foto zeigt den Tsutaya Bookstore in Nagoya, Japan, der für sein beeindruckendes, vom Boden bis zur Decke reichendes Bücherregal bekannt ist. Foto: Tsutaya Bookstore

Scholastics unterhaltsamste Zahl

Publishers Weekly berichtet, dass Scholastic seine Prognose für ein Umsatzwachstum von 2 % bis 4 % im Gesamtjahr bekräftigt hat, obwohl der Umsatz im ersten Quartal um 4 % zurückging. CEO Peter Warwick erwartet ein „außergewöhnlich starkes“ zweites Quartal und verweist auf die Kampagne Back to Hogwarts rund um HBOs neue Harry-Potter-Adaption sowie auf erwartete Verkäufe von Suzanne Collins’ „Sunrise on the Reaping“ nach dem Kinostart. Die Umsätze auf Buchmessen sanken um 3 %, die im Publikumsgeschäft um 4 %, während das Ergänzungsbildungsgeschäft um 24 % einbrach. Herausragend war die Unterhaltungssparte mit einem Umsatzplus von 48 % auf 20,1 Mio. US-Dollar (17,6 Mio. €), während der internationale Umsatz um 2 % zulegte.

Carlo's take: Scholastic kann sich natürlich auf Harry Potter und Die Tribute von Panem stützen, um ein deutlich stärkeres Jahr zu liefern, als das erste Quartal vermuten lässt. Die vielleicht interessanteste Zahl ist jedoch das Wachstum von 48 % in der Unterhaltungssparte, die Film- und Fernsehinhalte entwickelt, produziert und vertreibt und zugleich Erlöse aus Lizenzen und Konsumgütern erzielt. Während Scholastics Buchgeschäfte im Quartal zurückgingen, bewegte sich diese Seite des Unternehmens kräftig in die Gegenrichtung – eine gute Illustration dafür, wie wertvoll verlegerisches geistiges Eigentum jenseits des Buches selbst werden kann. Rechnet man dieses Wachstum zu den Neuerscheinungen rund um Harry Potter und Die Tribute von Panem hinzu, hat Scholastic gute Gründe für seinen Optimismus.

Buch, darf ich vorstellen: Film. Film, darf ich vorstellen: Buch.

Eine russische Studie von VK Video und Litres ergab, dass sich 77 % der Befragten nach dem Ansehen einer Verfilmung für das Buch interessieren und 65 % der Interessierten es anschließend lesen oder hören, laut Knizhnaya Industriya. Die Befragung von mehr als 1.500 VK- und Litres-Nutzern ergab zudem, dass 44 % das Buch lieber vor der Verfilmung lesen. Genau diese starke Verbindung zwischen Buch und Bildschirm will eine neue britische Initiative nutzen. The Bookseller berichtet, dass Netflix mit der British Library zusammenarbeitet, um über das Living Knowledge Network der Bibliothek Buchsammlungen zu den eigenen Adaptionen an 100 öffentliche Bibliotheken zu spenden, begleitet von passenden Veranstaltungen. Netflix finanziert zudem die literarische Bestandserhaltung und die Archive der British Library und hat auf seiner Plattform eine Kollektion „Watch Your Favourite Books“ eingerichtet.

Carlo's take: Das Verlagswesen könnte mehr aus seiner natürlichen Publikumsüberschneidung mit anderen Kreativbranchen machen. Leser:innen und Zuschauer:innen stellen diese Verbindungen ohnehin schon selbst her: Die russische Untersuchung zeigt, wie bereitwillig Menschen von der Verfilmung zum zugrunde liegenden Buch wechseln. Die Chance liegt darin, diesen Weg leichter und sichtbarer zu machen. Wie oft sieht man zum Beispiel im Kino vor dem Hauptfilm eine Werbung für ein Buch? So gut wie nie. Genau deshalb ist die Initiative von Netflix und der British Library so willkommen. Sie erkennt eine bereits bestehende Publikumsverbindung an und baut aktiv darauf auf. Verlagswesen, Film und Fernsehen haben viel zu gewinnen, wenn sie mehr solcher Brücken schlagen.

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Was mir sonst noch aufgefallen ist

Ein Mann, der zuhört. Männer machen in Schweden mehr als die Hälfte des Hörbuchkonsums bei Spotify aus, obwohl sie insgesamt seltener Bücher lesen als Frauen. In Boktugg.

Eine Washingtoner Suppe. Archipelago Books bringt endlich die erste englischsprachige nordamerikanische Ausgabe von Quinos Mafalda heraus; ein zweiter Band folgt am 1. Dezember. In Publishers Weekly.

Ein Tequila-Stand. Mexiko kehrt mit einem privat finanzierten Gemeinschaftsstand nach Frankfurt zurück, koordiniert von Lecturable und mit 44 Mitausstellern. In
PublishNews Spain.

Eine blutige Brücke. Von einem dänischen und einem schwedischen Krimiautor als gemeinsames zweisprachiges Projekt geschaffen, hat es die Hörbuchreihe Blod över Öresund bereits in die Top 10 schwedischer Plattformen geschafft. Laut  Gyldendal Astra auf LinkedIn.

Ein Metadaten-Snack. Die deutsche MVB integriert das KI-Tool von Snackz in ihr System, um aus Manuskripten oder Buchexposés Klassifikationen, Schlagwörter und SEO-Texte zu erzeugen. In Börsenblatt.

Ein polnisches Háček. ElredoVoice bringt 20 Harlequin-Titel von HarperCollins Polska mit KI-gestützter Produktion ins tschechische Audio. Veröffentlicht auf LinkedIn.

Ein Lese-Schuh. Pan Macmillan, Spotify und HYPHNT haben Kinderturnschuhe für 79 £ (rund 92 €) auf den Markt gebracht, die per NFC mit einem Handy-Tipp Hörbücher bei Spotify öffnen. In The Bookseller.

Carlo

Der Autor dieser Kolumne war in einem früheren Leben Verleger bei der brasilianischen Gruppe Ediouro, die Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ herausbrachte. Als das Buch in Brasilien auf die Gemeinfreiheit zusteuerte, erforderte die Klärung der Rechte ein Verständnis seiner ungewöhnlichen urheberrechtlichen Lage in Frankreich. Der Zweite Weltkrieg hatte den französischen Schutz bereits verlängert, doch Autoren, die offiziell als „für Frankreich gefallen“ anerkannt waren, erhielten weitere 30 Jahre. Da Saint-Exupéry im Einsatz verschwand, lautete die Frage: War er für Frankreich gefallen?

Nach unbeantworteten E-Mails an Gallimard bot eine Geschäftsreise nach Barcelona den Vorwand für einen Montagmorgen-Abstecher nach Paris, mit nur einer Mission: herauszufinden, ob Saint-Exupéry pour la France gestorben war. Der Besuch bedeutete außerdem, Gallimards Gärten in Saint-Germain-des-Prés zu genießen und das Gewicht – und das Vergnügen – eines Katalogs voller außergewöhnlicher Autoren zu spüren. Und ja, er fand es heraus: Saint-Exupéry war offiziell für Frankreich gestorben.

Der Autor dieser Kolumne findet, dass jede Kinokarte für einen Film nach einem Buch zugleich als Rabattgutschein für genau dieses Buch in einer nahegelegenen Buchhandlung gelten sollte. Von der Leinwand ins Regal, mit einem kleinen Anreiz.

Die Kolumne erscheint montags im Original bei Publishing Perspectives auf Englisch,  Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von PP.

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